Köln-Bonn aktuell

David L. Schlenker, DLS Vollkorn-Mühlenbäckerei

Bio-Bäcker aus Leidenschaft

David Lee Schlenker, Geschäftsführer und Gründer der DLS Vollkorn-Mühlenbäckerei GmbH aus Hennef, im Gespräch mit unserem Netzwerk mittelstand-koeln-bonn.de.

Herr Schlenker, bevor wir inhaltlich starten, wie groß ist Ihre Handwerksbäckerei?

Uns gibt es jetzt seit 31 Jahren. Wir haben aktuell rund 130 Beschäftigte. In Hennef produzieren wir täglich handgemacht im Demeter-Bio-Standard über 3.000 Brote in 60 Sorten, 8000 Brötchen in 25 Sorten und über 50 verschiedene Kuchen und Plätzchen. Wir verbrauchen pro Jahr fast 500 Tonnen Getreide.

Das ist ganz schön viel für eine Handwerksbäckerei. Wie hat das eigentlich alles angefangen? Wie sind Sie als US-Amerikaner nach Bonn gekommen?

Geboren bin ich 1958 in York Pennsylvania. In meiner Kindheit gab es große Unruhen in den USA. Schon damals haben mich daher soziale Fragen, aber auch eine gesunde vegetarische Ernährung interessiert. Nach meinem Schulabschluss habe ich fünf Jahre Philosophie und Religion in Minnesota studiert. Mit einer Freundin bin ich dann 1981 mit 200 Dollar in der Tasche nach Europa geflogen. Wie das Schicksal es so wollte, bin ich dann in Bonn gelandet und habe als Koch in einem vegetarischen Restaurant gearbeitet. Bereits 1983 habe ich mit zwei Freunden eine Bio-Bäckerei in Siegburg gegründet. Daraus ist dann 1991 die DLS GmbH geworden.

Was sind Ihre Unternehmenswerte? Wofür steht DLS?

DLS sind meine Initialen. Es heißt aber bei uns auch „die leckeren Sachen“ und „das Leben ist schön“. Wir möchten mit unseren schonenden und umweltfreundlichen Backprodukten dazu beitragen. Bio, Vollkorn und Handwerk sind unsere Leidenschaft. Wir sind Spezialisten für Sauerteigbrot und verzichten auf industrielle Produkte wie Enzyme. Unsere wichtigsten Zutaten kommen alle von Bio-Bauern aus der Bonner Region. Zu jedem haben wir ein persönliches und vertrauensvolles Verhältnis. Darin unterscheiden wir uns sehr deutlich von unseren Wettbewerbern, zu denen regionale Bäckereiketten, aber auch die großen Discounter mit ihren riesigen bundesweit zentralisierten Produktionsstätten und Kühlhäusern gehören.

Wie kommen Ihre Backprodukte zu den Menschen? Wie läuft Ihr Verkauf?

Wir haben in der Region drei eigene Läden. Den Großteil verkaufen wir über Bio-Partnerläden. Hinzu kommt ein kleines Versandgeschäft. Aber für einen offensiv vermarkteten Online-Shop konnten wir uns bisher noch nicht begeistern.

Wie sehen Ihre Zukunftsplanungen aus?

Wir verfolgen die Devise „small is beautiful“. Unser Wachstum ist wie bei einem Baum organisch. Jahr für Jahr kommt ein wenig mehr hinzu. Große Sorgen bereiten uns allerdings derzeit die Preissteigerungen für nahezu alle Zutaten und Lebensmittel, die weit mehr als 20 Prozent betragen. Das wird für alle noch teurer werden. Aber wir sind flexibel und können uns an neue Situationen anpassen.

Wir bedanken uns für das Gespräch, Herr Schlenker.

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