01.10.2019

Organisationsverschulden in Unternehmen

Kontrolle ist Chefsache

© Lasse Kristensen - stock.adobe

Leitungsorgane von Unternehmen wie Vorstand und Geschäftsführung müssen durch klare Regeln dafür sorgen, dass geltende rechtliche Bestimmungen im Unternehmen eingehalten werden. Sind die betrieblichen Regelungen unvollständig oder nicht aktuell, können sie für die Schäden ihrer Mitarbeitenden haftbar gemacht werden. Vor diesem Haftungsrisiko aus Organisationsverschulden sollten Sie sich daher schützen.

Haftungsrisiken

  • Die zivilrechtliche Haftung bezieht sich auf den Ersatz eines entstandenen Schadens gegenüber dem geschädigten Außenstehenden oder gegenüber dem eigenen Unternehmen (Arbeitnehmerregress).
  • Auch strafrechtliche Konsequenzen können Leitungsorganen bei Fällen von Organisationsverschulden drohen, wenn durch aktives Tun oder Unterlassen z. B. Menschen oder die Umwelt zu Schaden kommen. Dabei können auch mehrere Personen strafrechtlich gemeinsam als Mittäter oder unabhängig voneinander als Nebentäter verantwortlich sein.

Typische Haftungsfälle

  • Selektionsverschulden: Aufgaben werden an nicht geeignete, nicht qualifizierte Mitarbeitende delegiert.
  • Anweisungsverschulden: Die Arbeitsanweisungen sind fehlerhaft, unzureichend oder nicht aktuell.
  • Überwachungsverschulden: Die Betriebsabläufe werden zu wenig oder gar nicht kontrolliert.

Präventionsmaßnahmen

Damit Sie Ihr Haftungsrisiko als Leitungsorgan minimieren, müssen Sie für eine rechtssichere und „gerichtsfeste“ Betriebsorganisation sorgen. Können Sie im Schadensfall nachweisen, dass Sie zur Vermeidung von Rechtsverstößen alle erforderlichen organisatorischen Maßnahmen ergriffen haben, entfallen Haftung und Strafbarkeit. Vor diesem Hintergrund ist die Einführung eines Compliance Management Systems (CMS) sinnvoll. Es geht also darum, gesetzes- und regeltreues Verhalten – eigentlich eine Selbstverständlichkeit – durch ein internes Regelkontrollsystem zu unterstützen, Verstöße zu vermeiden und klare Verantwortlichkeiten zu schaffen.

Versicherungen

Prüfen Sie auch die folgenden Versicherungsmöglichkeiten, um Ihre finanziellen Risiken zu minimieren.

  • D&O ("Directors & Officers")-Versicherung: Dabei handelt es sich um eine Berufshaftlichtversicherung für Führungskräfte, die die finanziellen Folgen „fahrlässiger Pflichtverletzungen“ abfedern soll. Je nach Anbieter werden neben zivilrechtlichen Ansprüchen Dritter auch Forderungen der Gesellschafter untereinander oder der Mitarbeitenden gegen die Geschäftsführung versichert.
  • Strafrechtsschutz: Ermittlungen etwa der Staatsanwaltschaft wegen Steuerdelikten oder grobem Vorsatz werden von den meisten D&O-Versicherern ausgeschlossen. Dann muss der Strafrechtsschutz separat abgesichert werden. Vorsicht: Wird ein unterstellter Vorsatz im Verfahren bewiesen, kann die Versicherung Regress fordern.
  • Vermögensschadenrechtsschutz: Auch dieser ist bei allen D&O-Versicherern inkludiert. Hier geht es in der Regel um die Abwehr zivilrechtlicher Ansprüche und die Übernahme von Kosten für Fachanwälte oder externe Gutachter.

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