Liquidität aus stillen Reserven schöpfen

Sale-and-lease-back

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Unternehmen müssen vor allem in Krisenzeiten auf die Erhaltung ihrer Liquidität achten. Daher können gerade jetzt Sale-and-lease-back-Modelle unter Finanzierungsgesichtspunkten interessant sein. Jedoch birgt diese beliebte Finanzierungsform auch Risiken, die Unternehmer/innen beachten sollten.

Liquiditätsvorteile

Vor allem große und mittelständische Unternehmen nutzen diese Form der Finanzierung. Beim Sale-and-lease-Back werden Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge oder auch immaterielle Vermögensgegenstände wie Patente oder Marken an einen Leasingnehmer verkauft, um sie anschließend von diesem zurückzuleasen. Durch den Verkauf fließt dem Unternehmen Liquidität zu, die es anderweitig einsetzen kann, etwa zur Tilgung von Krediten oder für notwendige Investitionen z. B. in Digitalisierungsprojekte. Das Leasingobjekt kann weiterhin genutzt werden, ohne dass es jemals physisch das Unternehmen verlassen hat. Die Höhe der Leasingraten sollte auf die Erträge des Leasinggutes abgestimmt sein, damit es sich selbst finanziert und der Pay-as-you-earn-Effekt eintritt.         

Bilanzielle Vorteile

  • Neben einem Liquiditätseffekt erzielt Sale-and-lease-back bilanzielle Effekte. Die verkauften Anlagegüter verschwinden aus der Bilanz. Werden aus dem Verkaufserlös Kredite zurückgeführt, führt dies zu einer Bilanzverkürzung. Die Eigenkapitalquote erhöht sich und auch das Rating bei den Banken verbessert sich.
  • Weiterhin kann die Bilanzverkürzung für ein Unternehmen interessant sein, wenn es dadurch in eine niedrigere Größenklasse mit verringerten Rechnungslegungsvorschriften abgestuft wird.
  • Da beim Verkauf der Vermögensgegenstände stille Reserven aufgedeckt werden, verbessert sich im Jahr des Verkaufs die Ertragslage des Unternehmens, die erst in den Folgejahren wieder abgeschöpft wird.

Wo Fehler lauern

Die Gefahr beim Sale-and-lease-Back besteht darin, dass die Substanz des Unternehmens verkauft wird, um kurzfristig die Liquidität zu verbessern. Diesen Fehler beging z. B. Thomas Middelhoff, der schillernde frühere Chef von Arcandor (vormals Karstadt-Quelle), als er Immobilien des Konzerns verkaufte. Damit wurde zwar kurzfristig die Liquidität erhöht, doch auf lange Sicht musste das Unternehmen hohe Pachten für gemietete Immobilien zahlen. Wohin das geführt hat, sehen wir in der Corona-Krise, in der Karstadt Kaufhof Insolvenz anmelden musste.

Da Leasingverträge eine feste Laufzeit haben, ist ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Vertrag nicht möglich, wenn Unternehmen das Leasinggut nicht mehr benötigen. Unternehmen werden dadurch unflexibel und können beispielsweise einzelne Geschäfte nicht schließen, wenn sie Verluste erzielen. Die Leasingrate wird zur Fixkostenposition und belastet in Zukunft den Gewinn und die Liquidität.  

Zu beachten ist auch, dass das Leasingunternehmen von Wertsteigerungen profitiert. Das kann insbesondere im Hinblick auf Immobilien ein Nachteil sein und wenn der Leasingnehmer die Immobilien wieder zurückkaufen möchte. 

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