Risikomanagement als Erfolgsfaktor

Lehren aus der Corona-Krise ziehen

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Die Corona-Krise kam wie der Blitz aus heiterem Himmel. Viele Unternehmen mussten im Lockdown ihre Tätigkeit einstellen oder zurückfahren. Damit sind Umsätze und Geschäfte weggebrochen. Nach Auskunft von Creditreform steht Deutschland noch im Herbst eine Insolvenzwelle bevor. Doch wie ist es möglich, dass vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen bereits nach wenigen Wochen kein Geld mehr in der Kasse haben und in ihrer Existenz gefährdet sind? Eine der Lehren aus der Corona-Krise ist es daher, dass Risikomanagement wieder stärker ins Bewusstsein rücken muss.

Risikoarten

Unternehmerisches Agieren ist untrennbar mit dem Eingehen von Risiken verbunden. Je größer eine Organisation jedoch wird, desto notwendiger wird zum Schutz gegen existenzielle Bedrohungen ein professionelles Risikomanagement. Es ist Chefsachse und wird häufig vom Controlling mit juristischer Unterstützung operativ umgesetzt und betreut. Im ersten Schritt verschaffen Sie sich am besten ein Bild über mögliche Risiken in Ihrem Unternehmen.

  • Strategische Risiken: Welche Bedrohungen Ihres derzeitigen Geschäftsmodells gibt es? Vor allem die Digitalisierung führt dazu, dass viele Branchen und etablierte Unternehmen plötzlich von cleveren Start-ups attackiert werden. Aber die Corona-Krise zeigt auch, dass Pandemien zur Bedrohung werden können.
  • Marktrisiken: Schwanken die Nachfrage und Preise auf Ihren Absatz- und Beschaffungsmärkten? Wie stabil sind Ihre Kunden- und Lieferantenbeziehungen?
  • Politische Risiken: Gibt es gesetzliche Risiken in Ihrer Branche (Verbote von Produkten und Dienstleistungen)? Die Energiewende hat z. B. enorme Negativwirkungen auf die Energieversorger. Auch die Solarindustrie ächzt unter dem Wegfall von Subventionen und Vergünstigungen.
  • Finanzrisiken: Hierzu gehören z. B. Risiken von Forderungsausfällen, Illiquidität und das Versiegen von Finanzierungsquellen.
  • Rechtliche Risiken: Sowohl Unternehmen als auch deren Organe (Vorstände, Geschäftsführer) sind mit erheblichen Haftungsrisiken konfrontiert.
  • Operative Risiken: Beste Beispiele hierfür sind Betriebsunterbrechungen durch technische Probleme, höhere Gewalt, Sabotage, Einbruch oder Diebstahl.
  • IT-Risiken: Je stärker die Digitalisierung in den Unternehmen voranschreitet, desto gefährlicher können die Risiken von Datenverlusten und Hackerangriffen auf die IT-Infrastruktur werden.

Risikobewertung

Verschaffen Sie sich danach eine von allen Führungskräften getragene Vorstellung, welche Risiken prioritär zu sichern sind und welches Risikopotenzial in Euro besteht. Dazu gibt es auch versicherungsmathematische Bewertungsverfahren.

Risikoabsicherung

  • Eigenkapital: Man kann es nicht oft genug betonen, dass eine komofortable Eigenkapitalausstattung ein zwntraler Risikopuffer ist. Die alte Volksweisheit "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not" gilt mehr denn je. Auch die Aufnahme von frischem Eigenkapital über neue Gesellschafter und Investoren kann ein Weg sein.
  • Prävention: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter, damit sie ein höheres Risikobewusstsein bekommen und wissen, wie sie bekannte Risiken minimieren können. Klare Prozessbeschreibungen, die nicht nur in Handbüchern stehen, sondern auch von allen gelebt werden, sorgen für Routinen und ein einheitliches Verständnis.
  • Versicherungen: Gegen die wichtigsten existenzgefährdenden Risiken im Unternehmen, z. B. Betriebsunterbrechungen, Managerhaftung) sollten sie sich ausreichend versichern lassen. Prüfen Sie dabei vor allem das Kleingedruckte. Aktuell weigern sich z. B. Versicherungen Schäden für Betriebsunterbrechungen zu bezahlen.

Beim Aufbau und der Professionalisierung eines Risikomanagementsystems bieten erfahrene Wirtschaftsprüfer gute Unterstützung. 

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