Corona-Steuerhilfegesetz

Entlastung für Unternehmen

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Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft ist nach wie vor groß. Um die Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern, hat der Bundestag am 29.06.2020 ein umfangreiches Konjunkturpaket mit vielen steuerlichen Maßnahmen verabschiedet. Ein zentraler Punkt des zweiten Corona Steuerhilfegesetzes ist die befristete Senkung der Mehrwertsteuer. Darüber hinaus gibt es weitere steuerliche Maßnahmen, um die Unternehmen zu entlasten.  

Senkung der Umsatzsteuer

Der Steuersatz sinkt in der Zeit vom 1.7. bis zum 31.12.2020 von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent. Mit dieser Maßnahme soll der in den vergangenen Monaten rückläufige Konsum angekurbelt werden. Für die besonders von der Pandemie betroffene Gastronomie wurde bereits am 5.6.2020 eine Mehrwertsteuersenkung beschlossen. Für erbrachte Restaurant- und Verpflegungsleistungen (Essen) gilt vom 1.7.2020 bis zum 30.06.2021 der ermäßigte Steuersatz von 5 bzw. 7 Prozent. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Nachfrage dadurch wieder steigt. Ebenso, ob die Preise sinken und die Einsparungen an die Verbraucher weitergegeben werden. Eines ist aber jetzt schon sicher: Die Senkung der Umsatzsteuer verursacht viel Aufwand. Die Unternehmen müssen ihre Kassen-, Finanz- und IT-Systeme innerhalb kürzester Zeit umstellen. Zudem gibt es viele Detailfragen, wie z. B. mit Anzahlungen, Dauerrechnungen, Gutscheinen umzugehen ist. Und am Jahresende muss alles wieder zurückgestellt werden.

Weitere Hinweise sehen Sie im aktuellen BMF-Schreiben zur UST.

Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer

Eine weitere steuerliche Maßnahme ist die Verschiebung der Einfuhrumsatzsteuer auf den 26. Tag des zweiten auf die Lieferung folgenden Monats.

Verlustrücktrag

Unternehmen, die in diesem Jahr Corona-bedingt mit einem Verlust rechnen, erhalten eine weitere Liquiditätshilfe. Die Möglichkeiten für einen steuerlichen Verlustrücktrag werden für die Jahre 2020 und 2021 von 1 auf 5 Millionen bzw. von 2 auf 10 Millionen bei Zusammenveranlagung angehoben. Unternehmen können auf Antrag einen vorläufigen Verlustrücktrag schon in der Steuererklärung 2019 geltend machen.  

Degressive Afa

Der Bundestag hat ferner eine degressive Afa in Höhe von 25 Prozent, maximal das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens beschlossen, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden.  

Reinvestitionsrücklage

Gewinne aus der Veräußerung von Wirtschaftsgütern können steuerfrei in eine Rücklage eingestellt werden. Die Reinvestitionsfrist wird vorübergehend von vier auf fünf Jahre verlängert.  

Gewerbesteuer

Der Freibetrag für die Hinzurechnung wird von 100.000 Euro auf 200.000 Euro erhöht. Der Ermäßigungsfaktor für den Gewerbesteuermessbetrag wird von 3,8 auf 4,0 angehoben.

Forschungszulage

Die Bemessungsgrundlage für die steuerliche Forschungszulage wird im Zeitraum von 2020 bis 2025 von 2 auf 4 Millionen Euro erhöht.

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