Mitarbeitermotivation

Das Team macht den Unterschied

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In vielen Branchen herrscht mittlerweile akuter Fachkräftemangel. Umso ärgerlicher, wenn viele Mitarbeitende nicht aus Karrieregründen kündigen, sondern weil sie unzufrieden mit ihrer Arbeit oder ihren Vorgesetzten sind. Die durchschnittliche Fluktuationsrate betrug 2018 knapp 32 Prozent. Branchenweit gibt es Unterschiede. Niedrige Fluktuationsraten verzeichnen die Unternehmen im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektroindustrie sowie in der Energieversorgung. Spitzenreiter im Fluktuationsvergleich sind das Gastgewerbe und die Telekommunikationsunternehmen mit Raten von 60 bis 70 Prozent.

Eine hohe Fluktuationsrate kostet viel Geld und Zeit. Oftmals liegt es nicht an der Bezahlung, sondern an fehlender Motivation und am Chef, wie zwei Studien belegen.

Studie Mitarbeitermotivation

Die ManpowerGroup hat in einer Online Befragung 1004 Bundesbürger danach gefragt, welche Faktoren sich positiv auf ihre Arbeitsmoral auswirken. 46 Prozent gaben an, dass für sie ein gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten wichtig ist. 34 Prozent wünschen sich flexible Arbeitszeiten und für 30 Prozent der Befragten ist es wichtig, über die Arbeit hinaus ein gutes Verhältnis zu Kollegen zu haben. Kostenlose Getränke, viel Teamarbeit und betriebliche Gesundheitsförderung folgen danach.

Kündigungsgrund: Chef

Chefs haben einen großen Einfluss auf die Motivation und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden. Sie sind häufig der Grund, weshalb sie kündigen. Einem Gallup-Report zufolge hat jeder zweite Mitarbeitende schon einmal wegen seines Vorgesetzten gekündigt. Wer sich als Chef davon angesprochen fühlt, sollte seinen Führungsstil hinterfragen und überlegen, welche Möglichkeiten er seinen Mitarbeitenden bieten kann.

Ansatzpunkte zur Verbesserung

  • Aufgaben: Mitarbeiter sind zufrieden, wenn sie einer Sache nachgehen können, für die sie eine Leidenschaft entwickeln, für die sie buchstäblich brennen. Auch müssen Aufgabenklarheit und gute Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen.
  • Wertschätzung: Neben einer erfüllenden Aufgabe sind regelmäßige Feedbacks von Führungskräften wichtig. Lob und Erfolge motivieren besonders stark. Klassische Mitarbeitergespräche, die nur einmal im Jahr stattfinden, sind im schnelllebigen Internetzeitalter mit sekundenschnellen Antworten absurd.
  • Mitsprache: Auf Hierarchie und hierarchisches Gehabe von Führungskräften stehen die jungen Leute gar nicht mehr. Die alten Privilegien wie Einzelbüros, Spezialmöbel und Vorzimmer verlieren an Bedeutung. Führungskräfte sitzen in modernen Großraumbüros mitten unter ihren Mitarbeitern und verstehen sich als Coach und Partner ihrer Teams. Bei Google kann z. B. jeder Mitarbeiter Ideen auch für fremde Bereiche einbringen. Es besteht eine Pflicht zum Widerspruch.
  • Freiheiten: Die junge Generation möchte vermehrt selbst entscheiden, wann, wo und wie lange sie arbeitet. Es gibt daher Unternehmen, die Arbeitszeit- und sogar Urlaubsregelungen abschaffen. Was zählt sind Leistungen und Ergebnisse.
  • Arbeitsklima: In vielen Unternehmen aus der Technologie- und Kreativszene verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Der Arbeitsplatz wird zum Officehome, in dem alles Notwendige geboten wird. Bunte und kommunikative Räume, großzügige Loungebereiche zum Entspannen, Kantinen mit gesundem Essen sowie Angebote für Fitness, Spiele und Kinderbetreuung.

Gut ausgebildeten Akademikern und Fachkräften spielt derzeit auch der demografische Wandel in die Karten. Die Nachfrage überwiegt das Angebot. Unternehmen müssen sich heute um Mitarbeiter bewerben und nicht umgekehrt.

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