07.03.2019

New Work

Büroarbeit im Wandel

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Die Digitalisierung verändert das klassische Arbeiten, so wie wir es seit Jahrzehnten kennen. Roboter und Künstliche Intelligenz erobern nicht nur die Produktion und Logistik, sondern auch die Büros. Gleichzeitig werden Kreativität und Erfindergeist in einer Wissensgesellschaft immer wichtiger. Unter dem Begriff „New Work“ hat sich daher ein Begriff etabliert, der die Büroarbeit im Wandel ganz gut auf den Punkt bringt.

Herausforderungen für Unternehmen

  • Agil und flexibel: Die Geschwindigkeit, mit der digitale Produkte, Services und Geschäftsmodelle vor allem in der Startup-Szene und in Kreativbranchen entwickelt werden, steigt. Gleichzeitig müssen Unternehmen schnell auf Marktsignale reagieren und sich anpassen.
  • Kreativ und innovativ: Kreativität ist die menschliche Eigenschaft, die noch nicht von Künstlicher Intelligenz ersetzt werden kann. Sie schafft mehr denn je die Differenzierung.
  • Offen und hierarchiefrei: Mitarbeiter sind ein Spiegelbild der Gesellschaft, die liberaler, offener und diverser wird. Auch die Organisation von Unternehmen wird offener. Bürokratische Hierarchien sind auf dem Rückzug.
  • Team- und projektorientiert: Stattdessen arbeiten Mitarbeiter in wechselnden Teams projektbezogen zusammen. Dafür notwendige digitale Tools (z. B. Slack) fördern das neue Arbeiten.
  • Selbstbewusst und -bestimmt: Junge Leute mit guter Ausbildung können sich heute ihren Arbeitsplatz aussuchen. Sie sitzen am längeren Hebel. Selbstbestimmtes und sinnvolles Arbeiten steht hoch im Kurs.

Anforderungen an Büros

Diese und weitere Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Architektur und Inneneinrichtung von neuen modernen Büros.

  • Großräume: Einzelbüros verschwinden immer mehr. Selbst Vorstände verzichten immer öfter auf räumliche Statussymbole. Große Arbeitsräume sind heute aber nicht mit den Großraumbüros von früher vergleichbar. Sie sind bunter und in verschiedene Arbeits- und Kommunikationszonen unterteilt.
  • Multifunktionalität: Um Kosten zu sparen, werden Räume flexibel nutzbar. Empfangshallen können zu Event-Locations umgebaut werden. In Besprechungsräumen können z. B. acht Teams mit je drei Personen oder drei Teams mit je acht Personen arbeiten.
  • Treffpunkte: Küchen, Cafeterien oder Spielräume sollen den Austausch von Ideen zwischen allen Mitarbeitern fördern.
  • Ruhe: Abgetrennte Zonen oder Kabinen werden genutzt, um zu telefonieren, vertrauliche Gespräche zu führen oder sich auszuruhen.
  • Work-Life: Um die Vereinbarkeit zwischen Beruf und dem Privatleben zu ermöglichen, sind Home-Offices im Kommen, aber auch die betriebliche Kinderbetreuung.
  • Unfertigkeit: Kreative Büros mit Sichtbeton, offenen Backsteinwänden und einer Einrichtung im Loft- und Industriestil wirken immer auch ein wenig unfertig. Das ist gewollt. Mark Zuckerberg z. B. will damit signalisieren, dass Facebook noch immer am Anfang steht und noch viel vor sich hat. Einrichtungen mit Holz, Natur und behaglicher Werkstattatmosphäre finden sich übrigens auch immer mehr in großstädtischen Restaurants und Hotels.
  • Style: Modern eingerichtete Büros, die ein positives Lebensgefühl vermitteln, sind heute auch ein wichtiges Instrument im Personalmarketing. Mit tristen grauen oder kühl designten Büros wird man auf dem Arbeitsmarkt keine Pluspunkte erzielen.

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