02.12.2018

Berufspendler

So managen Sie gesundheitliche Risiken

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Wer zwischen Wohnort und Arbeitsplatz pendelt, hat meist gute Gründe dafür. Allerdings ist Pendeln auf Dauer belastend, jedenfalls für die meisten. Im schlimmsten Fall empfindet man die Wege als verlorene Lebenszeit, die auch noch Stress verursacht und krank macht. Aber es gibt Möglichkeiten, wie Sie die gesundheitlichen Risiken des Pendelns managen können.

Ab 90 Minuten täglich wird’s kritisch

Für den Mikrozensus 2017 wurden Erwerbstätige nach ihrem Arbeitsweg befragt. Demnach legten im Jahr 2016 13,1 % der Befragten 25 bis 50 km für die einfache Strecke zum Arbeitsplatz zurück, 4,5 % fuhren 50 km und mehr. Entscheidender als die Entfernung in Kilometern ist aber der Zeitaufwand:

  • jeder zwanzigste Erwerbstätige (4,8 %) fährt 60 Minuten und länger zur Arbeit;
  • gut ein Fünftel der Erwerbstätigen (22,1 %) benötigt 30 bis 60 Minuten für einen Weg;
  • Zum Vergleich: ein gutes Drittel (70 %) kommt mit weniger als 30 Minuten für eine Strecke aus.

Wer fünf Jahre täglich 90 Minuten oder mehr pendelt, erreicht nach Ansicht von Gesundheitsexperten eine kritische Marke. Das bedeutet: ab 45 Minuten für einen Weg steigt das Risiko von gesundheitlichen Problemen.

Stress als Risikofaktor

Ein zentraler Risikofaktor für die Gesundheit ist der Stress, den das Pendeln auslösen kann. Man steckt im Stau fest, obwohl man sehr frühzeitig losgefahren ist, und wird nervös: hoffentlich schafft man es noch rechtzeitig zu dem wichtigen Termin. Der Blutdruck steigt, man ärgert sich und fühlt sich machtlos. Oder öffentliche Verkehrsmittel sind überfüllt, man sitzt oder steht eng beieinander in schlechter Luft und fühlt sich unwohl. Bahnfahrer leiden unter den vielen Zugverspätungen. Die wertvolle Zeit zu Hause wird dadurch noch knapper, ohne dass man etwas dagegen tun könnte. All das sind klassische Stressfaktoren, die auf Dauer krank machen.

Mangelnde Bewegung, schlechte Essgewohnheiten

Hinzu kommen weitere Belastungsfaktoren. Wer länger pendelt, tut dies meist im Sitzen. Die Zeiten fehlen für Bewegung, die bekanntlich die Gesundheit fördert und erhält. Ein Risikofaktor sind auch schlechte Essgewohnheiten: Pendler sparen häufig am Zeitaufwand für gesundes Essen oder Kochen, essen unregelmäßig, beiläufig oder konsumieren Fast Food.

Wie macht Pendeln eigentlich krank?

Ob und wie Pendeln krank macht, hängt von der individuellen Pendel-, Arbeits- und Familiensituation ab, vor allem aber auch davon, welche Einstellung der Pendler dazu hat und wo seine körperlichen Schwachstellen liegen. In der Tat ist die Liste möglicher pendelbedingter Gesundheitsprobleme umfangreich: zu nennen sind insbesondere schlechter Schlaf, erhöhte Reizbarkeit, Erschöpfungszustände bis zum Burn-out, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Probleme, Magen- oder Darmprobleme oder häufigere und hartnäckigere Infekte.

Umgang mit Stressoren verbessern

Verbessern Sie Ihr individuelles Stressmanagement. Zunächst ist es wichtig, immer ausreichend Zeitpuffer für die Wege einzuplanen. Üben Sie Gelassenheit. Die Wegezeiten selbst kann man, je nach Fahrzeug und Bedingungen, mit Musik, Radio, Hörbüchern u. ä. oder mit passenden Erledigungen sinnvoll füllen. Auch Fahrgemeinschaften können entlasten und entspannen.

Achten Sie auf ausreichend Bewegung: ein angemessenes Sportprogramm ist ein wichtiger Ausgleich zur Arbeit. Fast immer lässt sich die Bewegung auch in den Arbeitstag integrieren: legen Sie Teilstrecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurück, benutzen Sie die Treppe statt des Aufzugs, und absolvieren Sie täglich ein kurzes Gymnastikprogramm mit einfachen Übungen.

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