24.01.2019

Flugentschädigung bei Verspätung durch Mäuse im Flugzeug

Mäusebefall kein „außergewöhnlicher“ Umstand

Passagieren steht eine Entschädigung zu, wenn sich ein Flugzeug wegen Mäusen an Bord stark verspätet.


 

Wußten Sie, dass Passagieren eine Entschädigung zusteht, wenn sich ein Flugzeug wegen Mäusen an Bord stark verspätet.

Dies entschied zumindest das Amtsgericht Wedding in Berlin
( AZ  14 C 376/17).

In dem verhandelten Fall ging es um einen Flug von Berlin über Istanbul nach Dalaman/Türkei. Der Verbindungsflug verspätete sich um einige Stunden, weil ein Fluggast des Vorfluges beim Aussteigen einen Mausbefall beobachtet hatte. 

Daraufhin untersuchte die Airline die Maschine mehrere Stunden. Die Kläger verpassten den Anschlussflug und erreichten Dalaman erst mit einem Tag Verspätung. Sie verlangten jeweils 400 Euro Ausgleichszahlung von der Fluggesellschaft.

Das Gericht gab den Reisenden Recht. Kleintiere in Flugzeugen wie zB Mäuse seien zwar nicht erwünscht und selten. Mäuse hielten sich jedoch an Flughäfen auf und könnten demzufolge auch in ein Flugzeug krabbeln. 

Dies könne beim Be- und Entladen der Maschine passieren. Der Airline sei es jedoch möglich, Vorkehrungen dagegen zu treffen. Somit handelt es sich laut Gericht nicht um ein unbeherrschbares Ereignis.

Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".


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Ihre Ausgleichsforderungen liegen bei:

- 250 € bei einer Kurzstrecke von 0 – 1.500 km
- 400 € bei einer Mittelstrecke von > 1.500 – 3.500 km
- 600 € bei einem Langflug von mehr als 3.500 km

Diese Ansprüche verjähren erst in 3 Jahren, man kann also in Ruhe auch noch von zuhause aus seine Forderungen geltend machen.


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