29.11.2019

Schuldnerquoten: Die Schere öffnet sich weiter

„SchuldnerAtlas 2019 – Metropolregion Köln/Bonn“ von Creditreform Köln und Creditreform Bonn: Schuldnerquoten in Köln, Bonn, Euskirchen, Rhein-Erft, Rhein-Berg, Oberberg, Rhein-Sieg und Ahrweiler weitgehend konstant – Aber: Die Schere zwischen Vierteln und Gemeinden mit niedriger und hoher Schuldnerquote öffnet sich weiter

In den meisten Gebieten der Metropolregion Köln/Bonn hat sich die Schuldnerquote gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert. In der Stadt Köln gelten 105.280 Personen als überschuldet. Das sind 20 Personen weniger als im Vorjahr – aber 3,8 Prozent mehr als 2014. Weil aber im gleichen Zeitraum die Einwohnerzahl zugenommen hat, sank die Schuldnerquote, also der Anteil der überschuldeten Personen an der gesamten Stadtbevölkerung seit 2014 geringfügig auf nun 11,62 Prozent. In der Bundesstadt Bonn hat die Zahl der Schuldner sogar zugenommen: Sie stieg um 150 auf 23.770. Der auch hier wirksame Bevölkerungszuwachs sorgte dennoch dafür, dass die Schuldnerquote seit 2014 sogar um 0,4 Prozentpunkte auf derzeit 8,84 Prozent sank, obwohl die absolute Zahl der Schuldner sich seit 2014 kaum veränderte. Damit steht Bonn deutlich besser da als Köln.

Auffällig sind die erheblichen Unterschiede zwischen einzelnen Stadtteilen und Gemeinden. Während beispielsweise in Bonn-Ückesdorf nur 3,07 oder in Köln-Widdersdorf 4,7 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre als überschuldet gelten – also weniger als jede 20. Person, belegen die Kölner Stadtteile Gremberghoven (26,15 Prozent), Meschenich (24,21 Prozent) und Lindweiler (23,36 Prozent) traurige Spitzenplätze – dort ist in etwa jede vierte Person überschuldet. „Auffällig ist zudem, dass in einigen Vierteln mit hoher Überschuldung die Schuldnerquote weiter steigt“, betont Moritz von Padberg, Geschäftsführer der Creditreform Köln v. Padberg KG und einer der beiden Herausgeber des „SchuldnerAtlasses 2019 – Metropolregion Köln/Bonn“.

Auch in der Bundesstadt Bonn liegen bis zu 20 Prozentpunkte zwischen den Ortsteilen mit den geringsten Überschuldungsanteilen, etwa Ückesdorf (3,07 Prozent) und Vilich-Müldorf (3,88 Prozent), und denen mit einer besonders hohen Schuldnerquote, zum Beispiel Dransdorf (22,56 Prozent) und Neu-Tannenbusch (19,89 Prozent).

Eine hohe Verschuldung ist für beide Seiten problematisch – die Gläubiger wie die Schuldner. Um beide Seiten der Medaille zu beleuchten, hatten Creditreform Köln und Creditreform Bonn bei ihrer diesjährigen Pressekonferenz Michael Eham zu Gast, den Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Köln gGmbH. „Überschuldung bedeutet mehr als materielle Entbehrung“, führte er aus, „nämlich Existenzangst, psychischer und physischer Stress, eine Belastung der sozialen Beziehungen, Ohnmachtsgefühle und Resignation.“ Er empfiehlt deshalb immer wieder, dass die Menschen auf Warnzeichen achten, etwa ein dauerhaftes Minus auf dem Konto, und so früh wie möglich eine Beratung in Anspruch nehmen.

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