04.05.2018

Digitale Transformation

Notwendige Veränderungen umsetzen

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Die Digitalisierung erfordert tiefgreifende Veränderungen in Unternehmen aller Branchen. Nur einen Chief Digital Officer auszurufen und digitale Projekte zu starten reichen jedoch nicht aus. Erforderlich ist vielmehr ein nachhaltiger organisatorischer und kultureller Wandel. Veränderungen sind jedoch selten in der Belegschaft beliebt. Lieb gewonnene Routinen und Besitzstände werden ungerne aufgegeben. Widerstände sind häufig die Folge. Sie resultieren primär aus Ängsten. Ihre Ursachen sind vielschichtig: mangelnde Information (nicht kennen), Qualifikation (nicht können), Motivation (nicht wollen) und Organisation (nicht dürfen).

Change Management – Stufen der Veränderung

Erfolgreiche Wandlungsprozesse laufen nach Expertenmeinung grob in drei Phasen ab: (1) auftauen (unfreeze), (2) verändern (change) und (3) einfrieren (freeze). Bei etwas genauerer Betrachtung sind es folgende Stufen, die auch bei digitalen Transformationen als roter Faden dienen:

  • Druck und Aufrüttelung: Betriebliche Veränderungen werden meist durch Krisen ausgelöst. Erst wenn existenzieller Druck im eigenen Tagesgeschäft spürbar ist, sind Führungskräfte und Mitarbeiter bereit, Wandlungsprozesse anzustoßen. Das ist aktuell das Problem in Deutschland. Die Geschäfte brummen. Aufträge müssen vielerorts sogar abgelehnt werden, weil Fachkräfte fehlen. Es fehlen dann schnell Einsicht, Zeit und Lust für digitale Transformationen.
  • Intervention und Neuorientierung: Ist der reale Druck noch nicht so groß, eine frühzeitige Veränderung nötig, z. B. aktuell ausgelöst durch die Risiken und Chancen der um sich greifenden Digitalisierung, müssen Sie auch bei guter Geschäftslage buchstäblich „den Teufel an die Wand malen“ und das Bewusstsein für eine weitreichende digitale Transformation schaffen. Aufgabe von weitsichtiger Führung ist das frühzeitige „Auftauen“ der Belegschaft.
  • Diagnose und Erklärung: Der eigentliche Wandlungsprozess beginnt dann mit der Analyse des Status quo und dem Infragestellen von gewohnten Geschäftsmodellen, Abläufen und Verhaltensweisen. Entscheidend ist dabei, dass es keine Tabus gibt und dass alle zusammenarbeiten.
  • Neue Lösungen und Selbstverpflichtung: Anschließend werden mögliche Lösungen erarbeitet. Auch in dieser Phase ist gemeinschaftliche Arbeit wichtig, die gewährleistet, dass die Neuerungen von allen Beteiligten unterstützt werden. Externe Experten können dabei helfen, kreative digitale Lösungen zu finden und hemmende Blockaden und Betriebsblindheit abzubauen. Neue Methoden wie Design Thinking oder das Einbinden von Querdenkern sind hilfreich.
  • Experimentieren und Ergebnissuche: Neue digitale Produkte, Services und Prozesse sollten Sie immer in überschaubaren, aber realen Pilotprojekten testen (Beta-Versionen). So können Sie Risiken minimieren, Fehler erkennen und frühzeitig nachjustieren. Außerdem haben kleine Erfolgsgeschichten auch eine Katalysatorwirkung und Motivationsfunktion für den internen Roll-out. Immer mehr Mittelständler beteiligen sich daher auch an kreativen Start-ups, die abseits des Tagesgeschäftes neue Wege beschreiten können.
  • Verstärkung und Akzeptanz: Zum Schluss setzen Sie die Veränderungen in allen relevanten Unternehmensbereichen um. Dieser Prozess sollte von einem laufenden Informationsaustausch über Verlauf und Resultate begleitet werden.

Um die Bereitschaft zur Veränderung und die positive Haltung gegenüber Neuem zu festigen, müssen Sie die gewollten Veränderungen auch selbst vorleben. Gehen Sie und Ihre Führungskollegen mit gutem Beispiel voran. Vorbilder ermutigen, motivieren und sensibilisieren für spätere Neuerungen.

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