04.05.2019

Mittelständischer M & A-Markt

Finanzinvestoren werden aktiver

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Deutsche mittelständische Unternehmen sind nach einer KfW-Studie von Ende 2018 bei Finanzinvestoren zunehmend begehrt. Der Markt für Fusionen und Übernahmen von Unternehmen (M & A: Mergers & Acquisitions) kommt in Bewegung. Finanzinvestoren, verächtlich auch als Heuschrecken gebrandmarkt, zielen anders als strategische Investoren häufig auf eine schnelle Wertsteigerung und einen lukrativen Exit. Bei strategischen Investoren stehen dagegen eher unternehmerische Ziele wie der Kauf von Marktanteilen oder Technologien sowie die Erzielung von Synergien im Vordergrund.

Finanzinvestoren nehmen den Mittelstand ins Visier

Zwischen 2005 und 2017 waren im Durchschnitt jährlich 1.100 mittelständische Unternehmen Ziel von Übernahmen. Gefragt sind bei Finanzinvestoren auch kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU). Im genannten Zeitraum gehörten sie bei 12 Prozent aller Beteiligungen und Übernahmen im Mittelstandssegment zu den Käufern. Zu beobachten ist dabei ein leichter Anstieg. Betrug der Anteil zwischen 2005 und 2008 nur 10,3 Prozent, so stieg er seit 2013 auf 13,8 Prozent.

Deutsche Finanzinvestoren überwiegen

52 Prozent der im mittelständischen M & A-Markt tätigen Finanzinvestoren kamen aus Deutschland. Bei den strategischen Investoren, z. B. Wettbewerber aus einer Branche, lag der Anteil der deutschen Käufer bei 59 Prozent. Finanzinvestoren aus den USA und Großbritannien waren als Käufer mittelständischer Unternehmen mit je 9 Prozent aktiv.

Verarbeitendes Gewerbe beliebt

Im Fokus von Finanzinvestoren stehen mit einem Anteil von 36 Prozent mittelständische Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe. In diesem Segment liegt auch die Stärke des deutschen Mittelstands, der viele Nischen in den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik, Metall, Pharma und Chemie weltweit dominiert. So ist es nicht verwunderlich, dass auch strategische Investoren hier ihren Schwerpunkt haben.
Mit 14 Prozent Anteil liegen deutsche Finanz- und Versicherungsdienstleister auf Platz zwei der Einkaufsliste von Finanzinvestoren. Auf Platz drei folgen mit 13 Prozent mittelständische Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationsbranche (IKT).

Minderheitsbeteiligungen dominieren

Finanzinvestoren gaben sich im Untersuchungszeitraum mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden. Bei 52 Prozent aller Käufe haben Sie Anteile unter 50 Prozent erworben. Bei strategischen Investoren sieht die Lage dagegen anders aus. Sie gaben sich nur in 12 Prozent aller Fälle mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden. Ihr Ziel ist meist eine Mehrheitsbeteiligung oder vollständige Übernahme, die bei Finanzinvestoren nur bei 25 Prozent der Fälle zum Tragen kam.

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