03.04.2019

Smartphones im Dienstwagen

Gefahren für Mitarbeiter reduzieren

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Wer kennt das nicht? Man sitzt am Steuer des Dienstwagens und könnte die Zeit nutzen, um schnell noch etwas für die Firma zu regeln, Mails zu checken oder die Liebsten daheim zu kontaktieren. Zugegeben: das Smartphone ist unschlagbar praktisch dafür – aber während des Autofahrens ein gefährlicher Ablenker. Die Warnung ist berechtigt, denn viele Fahrer können auch während der Fahrt das Smartphone nicht aus der Hand legen. Unternehmen, die Dienstwagen zur Verfügung stellen, tun deshalb gut daran, die Nutzer für die Risiken zu sensibilisieren und das Thema in Fahrersicherheitsschulungen aufzunehmen.

Ablenkung durch Smartphone ist lebensgefährlich

Studien belegen, dass ein großer Anteil von Autofahrern, bei jungen Fahrern bis zu einem Drittel, während der Fahrt SMS oder WhatsApps schreibt oder liest oder in sozialen Netzwerken unterwegs ist. Solche Ablenkung ist lebensgefährlich: denn wer auf das Display guckt, kann nicht gleichzeitig auf die Straße schauen. Ständige Vorsicht und Schutz Anderer vor Gefährdungen sind aber Grundregeln für die Teilnahme am Straßenverkehr (§ 1 StVO). Wenn plötzlich eine gefährliche Situation entsteht, ist blitzschnelles Reagieren gefragt. Das schafft nur, wer beständig seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf den Verkehr richtet.

Beide Hände ans Steuer, Augen auf die Straße

Die Straßenverkehrsordnung verbietet ausdrücklich, das Mobiltelefon „zu benutzen, wenn hierfür das Gerät aufgenommen oder gehalten werden muss“. Denn aus Sicherheitsgründen gehören beide Hände ans Steuer. Das heißt konkret:

  • Telefonieren mit Smartphone ist erlaubt, sofern es in einer Freisprecheinrichtung verankert ist. Denn so können die Augen weiterhin auf den Verkehr gerichtet bleiben. Dienstwagen sollten deshalb immer über eine Freisprecheinrichtung zum Telefonieren verfügen.
  • Schreiben und Lesen mit dem Smartphone sind verboten, ob es sich nun um SMS, E-Mails oder soziale Netzwerke handelt. Denn auf den Verkehr gucken kann man in dieser Zeit nicht. Das Unfallrisiko erhöht sich beim Schreiben und Lesen einer SMS laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat auf das 23-fache.

Die Missachtung dieser Regeln gilt als „schwerer Verstoß“ und kostet 100 Euro Bußgeld sowie einen Punkt in Flensburg. Passiert ein Unfall, lässt die Versicherung prüfen, ob und welchen Einfluss die Smartphone-Nutzung auf den Unfallhergang hatte. Eine (Mit-)Verursachung kann dann richtig teuer werden.

Smartphone-Nutzung in Sicherheitsschulungen behandeln

Smartphones sind für viele Beschäftigte zum Dauerbegleiter geworden. Daher tut eine gründliche Sensibilisierung für die besonderen Gefahren im Straßenverkehr Not. Fuhrparkmanager sollten die Smartphone-Nutzung zum Gegenstand von Sicherheitsschulungen machen.

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