Corona beschleunigt Veränderungen

Bargeld auf dem Rückzug

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In der Corona-Krise haben sich auch die Zahlungsgewohnheiten der Bürger/innen geändert. Bargeld, das liebste Zahlungsmittel der Bevölkerung in Deutschland, ist nun eindeutig auf dem Rückzug. Eine aktuelle Studie der Bundesbank belegt diesen Trend durch einen Vergleich der Jahre 2017 und 2020.

Vergleich 2020 zu 2017

  • Anteil am Umsatz: Bargeldzahlungen verringerten sich von 47,6 % auf 32 %. Die Girocard fiel in der Gunst von 35 % auf 33 %. Kreditkartenzahlungen haben sich von 4,4 % auf 11 % erhöht. Überweisungen nahmen von 8 % auf 17 % zu. Internetbezahlverfahren verdoppelten sich von 2 % auf 4 %.
  • Anteil an den Transaktionen: Bargeldzahlungen verringerten sich von 74 % auf 60 %. Die Girocard stieg von 19 % auf 23 %. Kreditkarten legten von 1,6 % auf 6 % zu. Überweisungen nahmen von 2 % auf 5 % zu. Internetbezahlverfahren stagnierten bei 2 %.

Bezahlen mit Smartphones

Die Menschen in Deutschland bezahlten 2020 nur bei 3 % aller Transaktionen mit ihrem Smartphone und den darauf verfügbaren Verfahren wie Apple Pay oder Google Pay. Das Smartphone als Zahlungsmittel nutzten 13 % von allen Smartphone-Besitzern, 9 % der Frauen und 18 % der Männer. 22 % sind jünger als 34 Jahre.

Bargeldumlauf aktuell

Ende 2020 gab es im Euroraum 1,351 Mrd. Euro an Bargeld. In der Corona-Krise nahm zwar – wie oben beschrieben – die Bargeldzahlung ab, aber die Bargeldhaltung zu. Bargeld ist in Krisenzeiten nicht nur Tauschmittel, sondern auch Wertaufbewahrungsmittel, zumal die Zinssätze auf einem historisch niedrigen Stand liegen. Bargeld bedeutet auch Freiheit.

Nach einer Bundesbankumfrage horten Privatpersonen in Deutschland im Schnitt 1.364 Euro zu Hause oder in Schließfächern. 107 Euro befinden sich davon im Schnitt immer im Geldbeutel. 12 Prozent der Befragten gaben als Motiv ihrer Bargeldhaltung an, dass sie Geld vor dem Staat verstecken möchten. Dem Fiskus ist Bargeld daher ein Dorn im Auge, begünstigt es doch eine Schattenwirtschaft.

Digitaler Euro statt Bargeld

Die Regierungen und die EZB – so hat man den Eindruck – fördern elektronische Zahlungsmittel. So wird bereits seit einiger Zeit der 500-Euro-Schein nicht mehr ausgegeben. Diskutiert werden auch Höchstgrenzen der Bargeldhaltung und höhere Gebühren bei der Bargeldabhebung. Das Thema ist in Deutschland emotional besetzt. Neben den bereits heute eingesetzten Zahlungsmitteln testet die EZB derzeit auch einen neuen digitalen Euro. In Schweden z. B. ist die E-Krone bereits als Bargeldergänzung im Testeinsatz.

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