Corona belastet den Markt unterschiedlich

Immobilienmarkt aktuell

© Robert Herhold - stock.adobe

Zu Beginn der Krise haben viele gedacht, dass der Immobilienmarkt einbrechen würde. Doch nach sechs Monaten bestätigen Immobilien noch immer ihren Ruf einer krisensicheren Anlage. Anscheinend haben die sinkenden Einkommen vieler Menschen in Kurzarbeit und die rückläufige Wirtschaft den Immobilienmarkt bisher kaum belastet. Ein genauer Blick auf das Marktgeschehen zeigt allerdings eine unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Segmente.

Privatimmobilien

Zu Beginn der Corona-Krise war die Verunsicherung groß. Es war die Rede von sinkenden Preisen und zunehmenden Zwangsvollstreckungen. Doch das Gegenteil ist bis heute der Fall. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch im zweiten Quartal legten die Preise in den sieben größten Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) für Ein- und Zweifamilienhäuser um 6,5 Prozent und für Eigentumswohnungen um 6,1 Prozent zu. Bisher konnte der private Immobilienmarkt der Krise trotzen. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Neben den Unterstützungsmaßnahmen der Regierung in Form von Miet- und Darlehensstundungen sind viele Menschen gar nicht von der Pandemie betroffen. Auch die anhaltend niedrigen Zinsen sowie die Zurückhaltung gegenüber Aktienanlagen stärken den Immobilienmarkt ebenso wie der Trend zum Homeoffice.

Büroimmobilien

Die Corona-Krise ist auf dem Büromarkt stark zu spüren. Die Flächenumsätze mit Büroimmobilien sind nach Angaben des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, im ersten Halbjahr 2020 um rund ein Drittel zurückgegangen. Eine wenig überraschende Entwicklung, da viele Unternehmen geplante Anmietungen vorerst auf Eis gelegt haben, um die wirtschaftliche Entwicklung abzuwarten. Die Ankündigung vieler Unternehmen, in Zukunft verstärkt auf das Homeoffice zu setzen, ist eine weitere Belastung für dieses Marktsegment. Experten erwarten dadurch einen Rückgang der Büroflächen von 10 Prozent. Wichtiger als die Frage der Arbeitsorganisation ist hier aber die Anzahl der Bürobeschäftigten. Deren Entwicklung ist derzeit nicht absehbar.  

Logistikimmobilien

Nach einem guten Start sind die Flächenumsätze im ersten Halbjahr 2020 Corona-bedingt um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Im 10-Jahresdurchschnitt ist der Rückgang mit 6 Prozent aber wenig dramatisch. Die Logistikbranche profitiert stark vom steigenden Online-Handel und der Tatsache, dass im Krisenfall eine zuverlässige Lieferkette besonders wichtig ist.

Einzelhandel

Die Corona-Krise hat dieses Segment bis auf den Lebensmittelbereich besonders stark getroffen. Vor allem die Fashion- und Textilsparten kämpfen ums Überleben. Die großen Innenstädte geraten in Gefahr, ihre Attraktivität zu verlieren. Die Lücken in den Fußgängerzonen werden größer. Große Händler wie GALERIA Karstadt Kaufhof haben bereits Geschäftsschließungen angekündigt.

Hotelimmobilien

Sie trifft die Corona-Krise mit voller Wucht. Das Geschäft ist zwischenzeitlich fast vollständig zum Erliegen gekommen. Trotz der schrittweisen Aufhebung der Reisebeschränkungen betrug das Übernachtungsminus im Juni gegenüber dem Vorjahr 42 Prozent. Der ZIA geht in seinem Herbstgutachten 2020 davon aus, dass der Tourismus frühestens 2022 das Niveau von 2019 erreichen wird. 

Aktuelles Immobilienangebot Ihrer Volksbank Köln Bonn eG

Volksbank Köln Bonn eG

Heinemannstr. 15
53175 Bonn

Fon: 0221 2003-0
Fax: 0228 716-298

Volksbank Köln Bonn eG

Weitere Themen:

Jetzt Netzwerkpartner werden!

Branchenbucheintrag auf mittelstand-koeln-bonn.de und unbegrenzte Mediathek-Nutzung von Best Practice Digital mit vier gleichzeitigen Logins. Zwei neue Online-Kurzseminare pro Monat mit Checklisten. 150 Best-Practice-Beispiele p.a. zum Lesen.

Jetzt buchen!

Auch interessant