07.10.2019

Mittelstand sorgt sich um Fachkräfte

Aktuelle Studie der Volks- und Raiffeisenbanken

© Monkey Business - adobe.stock

In der Automobilbranche ziehen einige dunkle Wolken auf. Die rückläufige Auto-Nachfrage und der politisch gewollte Wechsel hin zur Elektromobilität trifft Hersteller und mittelständische Zulieferer gleichermaßen. Trotz dieser Konjunktureintrübung sind die drängendsten Probleme im Mittelstand über alle Branchen hinweg der Fachkräftemängel und die ausufernde Bürokratie in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kam im Sommer 2019 eine repräsentative Studie des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken und der DZ Bank.

Problem Fachkräftemangel

96 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind nach der Studie vom Fachkräftemangel betroffen. Im Herbst 2018 waren es „nur“ 79 Prozent. Dieser sich über alle Branchen und Regionen erstreckende Befund ist alarmierend. Kreative Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und Fachkräfterekrutierung sind daher notwendig. 86 Prozent der Befragten setzen auf Qualifizierungsanreize, 79 Prozent auf Gehaltserhöhungen und 76 Prozent auf attraktive Modelle der betrieblichen Altersversorgung. All das kostet Geld und schmälert die Renditen.

Problem Immobilienpreise

Die Fachkräftegewinnung in attraktiven Ballungsräumen wird auch durch den überhitzten Immobilienmarkt erschwert, wenn potenzielle Fachkräfte durch hohe Mieten und Wohnungsmangel abgeschreckt werden. Für ein Viertel der befragten Unternehmen ist das ein Problem. Für ebenso viele Unternehmen sind steigende Immobilienpreise aber auch ein Problem, wenn es um die Entwicklung eigener Gewerbeimmobilien und damit der Standorte geht.

Problem Bürokratie

Trotz gegenteiliger Bekundungen der Politik steigt der Bürokratieaufwand in den Unternehmen Jahr für Jahr. 72 Prozent der befragten Mittelständler leiden darunter. Sie erwarten von der Regierung, dass sie die Digitalisierung und Gesetzesinitiativen wie das Bürokratieentlastungsgesetz III entschlossen nutzen, um dem Mittelstand nötige Freiräume zu geben.

Problem Konjunktur

Die Stimmung im Mittelstand trübt sich leicht ein, in einigen Branchen wie Automobil mehr, in anderen wie in der IT-Branche weniger bis gar nicht. Immerhin 36 Prozent erwarten bessere Geschäfte. Die meisten Unternehmen rechnen zudem nicht mit einer längeren Schwächephase.

Problem Investition

Die leichte Eintrübung der Konjunkturlage sorgt auch dafür, dass die Investitionsneigung und das Auslandsengagement im Mittelstand stagnieren bis leicht zurückgehen. Bedenklich ist das insbesondere vor der von der KfW immer wieder testierten Innovationslücke im Mittelstand. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Digitalisierung hinterher.

Erfreulich ist dagegen, dass die meisten Unternehmen nach dem zehnjährigen Aufschwung in Deutschland solide aufgestellt sind. Die Eigenkapitalquote liegt im Schnitt bei 27 Prozent und bietet Puffer für mögliche Schwächephasen.

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