07.05.2018

Bargeld in Deutschland beliebt

Bundesbankstudie zum Zahlungsverhalten 2017

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Nur Bares ist Wahres! Für die Deutschen gilt dieser Spruch noch immer, wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Studie über das Zahlungsverhalten der Bevölkerung in Deutschland herausgefunden hat. Die Befragung deutscher Haushalte wurde erstmals 2008 und seitdem alle drei Jahre durchgeführt. Die neuesten Zahlen sind von 2017 und bilden das vorläufige Ende einer interessanten Vergleichsreihe.

Barzahlungen dominieren

  • Die Befragten führten 2017 im Durchschnitt 107 Euro Bargeld mit sich, davon sechs Euro Münzgeld. 2008 waren es 118 Euro und sieben Euro. Die Veränderung ist angesichts der zwischenzeitlichen Neuerungen der Digitalisierung überraschend gering.
  • 74 Prozent aller Einkäufe werden in Deutschland noch bar bezahlt. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als 2014. Vor allem bei Einkäufen unter 50 Euro dominiert Bargeld noch immer.
  • Allerdings ist der Anteil der Bargeldzahlungen am gesamten Einkaufsumsatz 2017 erstmalig unter 50 Prozent gefallen.
  • 88 Prozent der Befragten wollen auch zukünftig unverändert mit Bargeld bezahlen und lehnen eine Abschaffung von Bargeld ab. Befürchtet werden Schwierigkeiten beim Bezahlen für Senioren und der Verlust von Ausgabenkontrolle und Anonymität.
  • Die Bargeldvorliebe der Deutschen ist in Europa jedoch kein Einzelfall. In neun europäischen Ländern wird noch mehr Bargeld eingesetzt als in Deutschland.

Moderne Zahlungsmittel nehmen zu

  • Allerdings nehmen moderne Zahlungsmittel vor allem in jüngeren Bevölkerungskreisen zu. So ist der Anteil der Kartenzahlungen (z. B. girocard) am Umsatz gegenüber 2015 um rund sechs Prozentpunkte auf 35 Prozent gestiegen.
  • Auch der Anteil von Kreditkarten am Umsatz vor allem für größere Beträge von durchschnittlich 81 Euro ist gestiegen. Er liegt allerdings immer noch unter fünf Prozent.
  • Der Anteil kontaktloser Kartenzahlungen am Einkaufsumsatz stieg immerhin auf über ein Prozent.
  • Im Online-Handel dominieren Internetbezahlverfahren wie PayPal und Sofort-Überweisung. Ihr Anteil am Gesamtumsatz betrug 2017 fast vier Prozent.
  • Das Smartphone erfreut sich bei Bankgeschäften vor allem unter den 18- bis 24-Jährigen wachsender Beliebtheit. Jeder vierte Befragte möchte darüber unkompliziert Geld an Freunde und Bekannte senden können.

Das Girokonto bleibt in Deutschland die Basis für Geldgeschäfte mit Bargeld, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen. 97 Prozent haben ein eigenes Konto und drei Prozent nutzen ein Konto mit. Bereits 58 Prozent nutzen dabei die Möglichkeiten des Online-Banking. 

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