Köln-Bonn aktuell

Zurück ins Corona-sichere Büro

Olaf Bremer, vitra. by storeR

Olaf Bremer, Geschäftsführer von vitra. by storeR, im Gespräch mit unserem Mittelstandsnetzwerk.

Herr Bremer, sind Sie schon zurück im Büro?

Klar! Wir sind alle wieder im Einsatz, natürlich streng nach den Hygienevorgaben der Landesverordnung. In unserem Business ist es wie in vielen anderen: Man kann vieles von zuhause aus erledigen. Aber der persönliche Austausch ist durch nichts zu ersetzen – auch wenn 1,5 Meter zwischen den Gesprächspartnern liegen.

Gibt es denn überhaupt das pandemiesichere Büro?

Es gibt jedenfalls eine Reihe von Maßnahmen, um Büros sicherer zu machen und die Vorschriften einzuhalten. Vitra hat dazu ein knapp 60-seitiges E-Paper vorbereitet, das ich gerne versende. Eine knappe Anforderungsmail genügt. Zu den Maßnahmen gehören besondere Hygieneroutinen, aber natürlich auch eine Umorganisation der Büroflächen, um Abstände einzuhalten und die berüchtigten Aerosole einzufangen.

Vitra steht vor allem für Open-Space-Büros, die Begegnung von Mitarbeitenden bewusst fördern. Man liest in den Medien, dass jetzt wieder die alten Zellenbüros gefragt sind, weil diese virensicherer sind.

Daran glaube ich nicht. Es mag Unternehmen geben, die jetzt in der Not so ein altes Bürokonzept mit vielen Wänden und Türen suchen. Vielleicht wird die Information aber auch von Vermietern oder Maklern gestreut, die ihre konventionellen Flächen endlich loswerden wollen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass es auch die ein oder andere Branche gibt, in der die klassische „Zelle“ noch angemessen ist. Aber für das Gros der Mitarbeitenden und die meisten Branchen lässt sich das Rad nicht zurückdrehen. Wer einmal in einem gut gemachten Open-Space-Office gearbeitet hat, bekommt im Zellenbüro klaustrophobische Anfälle. Ich betone: Es muss gut gemacht sein. Also mit Top-Akustik und Rückzugsflächen. Ein lautes Loft mit Kickertisch ist noch kein New Work-Office. Und künftig wird die Liste der Anforderungen noch länger: Neben Top-Akustik geht es eben auch um Top-Hygiene. Und ausreichende Abstände.

Unternehmen, die gerade neue schicke Open-Space-Büros für viel Geld realisiert haben, müssen also gleich wieder umbauen?

Das muss man anders sehen: Sie können leicht umbauen. Moderne Bürokonzepte sind auf Flexibilität ausgelegt, die man leicht an geänderte Anforderungen anpassen kann. In klassischen Büros sind Umbauten anstrengender. Das wird dreckig, weil Wände abgerissen oder versetzt werden müssen. Gute Open-Space-Lösungen sind ja schon heute keine Legebatterien. Da muss man ein wenig ausdünnen und dann lassen sich Abstände leicht einhalten. Die ein oder andere Trennwand sorgt für zusätzlichen Schutz. Ein weiterer Vorteil gegenüber den klassischen Büros: Es gibt nicht so viele Türklinken, die man anfassen oder säubern muss.

Sie glauben also an das moderne Unternehmenshauptquartier? Aber alle reden doch vom Homeoffice …

Ich glaube entschieden an das Headquarter, das als Begegnungszentrum unerlässlich ist. Aber es wird seine Rolle ändern. In vielen guten Unternehmen ist das Homeoffice schon seit 20 Jahren eine Option. Und die wird halt künftig noch selbstverständlicher. Wir rechnen damit, dass sich das Homeoffice flächendeckend durchsetzt. Und haben dazu übrigens ab sofort eine Aktion laufen, mit der Unternehmen ihre Corona-geplagten Mitarbeitenden steuerfrei mit einem 1.500 Euro-Gutschein für Vitra-Homeoffice-Möbel belohnen können. Gerade, wenn deutlich mehr Menschen viel Zeit im Homeoffice verbringen, wird erstens die Ausstattung dieser Heimbüros wichtiger. Und zweitens bekommt das Büro eine neue Funktion. Es steht nicht mehr so stark der Platz für die täglichen Routinearbeiten im Fokus. Sondern ein Begegnungszentrum für den Austausch und für das Stärken der Unternehmenskultur.

Also doch die schöne neue offene Welt der Arbeit?

Dieser Corona-Virus, dessen Auswirkungen uns alle so überrascht haben, ist das beste Argument für die neue Welt der Arbeit. Denn die ist auf Flexibilität und auf Anpassungsfähigkeit ausgelegt. Und genau das werden wir doch künftig verstärkt brauchen …

Vielen Dank für das Gespräch Herr Bremer.

 

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